Die Geschichte |
Der Tatort „Manila“ - Ein Krimi mit Folgen
Im April 1998 strahlte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) einen Krimi der „Tatort“-Reihe aus, der durch die Arbeit des Vereins einen langen Nachhall hat – bis in die Gegenwart. „Manila“ – geschrieben und inszeniert von Regisseur Niki Stein – thematisierte die Kindersex- und Menschenhandelsproblematik. Erstmals widmete sich damit ein deutscher Unterhaltungskrimi einem brisanten entwicklungspolitischen Thema und erntete damit ein breites Echo. Die erste Anregung zu einem „Tatort” mit einem entwicklungspolitischen Bezug kam aus Bonn. Ingo Ferrari, damals Mitarbeiter des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ), gewann den WDR und die Filmproduktionsfirma Colonia Media dafür, diese Idee umzusetzen. Deren Geschäftsführer Georg Feil und Produzent Jan Hinter fanden in Niki Stein einen geeigneten Drehbuchautor und Regisseur, der durch intensive Reisen in Entwicklungsländer bereits eine hohe thematische Kompetenz erworben hatte.
Im November 1997 begannen in Manila die Dreharbeiten. Das Filmteam war sehr beeindruckt von den dramatischen Lebensumständen in den Slums der Stadt, in denen gedreht wurde. Noch in Manila wurde die Idee geboren, eine kleine Hilfsorganisation ins Leben zu rufen, um Straßenkindern nachhaltig zu helfen und präventiv tätig zu werden.
Nach der Erstausstrahlung diskutierten die Darsteller, Regisseur Niki Stein und Experten das Thema Kinderhandel und Sextourismus in der Talksendung „Sabine Christiansen“. Auf die eingeblendete Kontonummer hin kam eine sechsstellige Summe an Spenden zusammen.
Mit zahlreichen Auszeichnungen wurden die einzelnen Medien und die Informationskampagne bedacht. Der Krimi erhielt einen Sonderpreis des „Toura d’Or“, Dokumentarfilm und Taschenbuch den „Pädagogikpreis“ der Konferenz der Landesfilmdienste. Die CD-ROM wurde mit dem Deutschen Multimedia Award, dem Asymetrix Interactive Award und dem Deutschen Preis für Kommunikationsdesign ausgezeichnet. Der wichtigste deutsche Public Relations - Preis, die „Goldene Brücke“, wurde dem gesamten Projekt für die „exzellent umgesetzte Kampagne“ verliehen. Das Medienpaket ist beim BMZ inzwischen vergriffen, kann aber bei den Landesfilmdiensten und bei zahlreichen kommunalen Medienstellen kostenfrei für Bildungszwecke ausgeliehen werden. |