Familienzusammenführung

Viele Straßenkinder haben noch Kontakt zu ihren Eltern, manche häufig, manche nur sporadisch. Andere Straßenkinder haben ihre Eltern seit langer Zeit nicht mehr gesehen. Bei Gefängniskindern ist der Familienzusammenhalt besonders gefährdet. Oft können die Eltern ihre Kinder gar nicht oder nur selten besuchen. Manche Eltern erfahren gar nicht, dass ihre Kinder inhaftiert sind.

Das 13-jährige Gefängniskind Iner ist glücklich, seine Mutter wieder zu sehenEin ambitioniertes Projekt von PREDA unterstützt Gefängniskinder, wieder einen guten Kontakt zu ihren Eltern zu bekommen. Gemeinsam mit Sozialarbeitern besuchen sie die Familien und besprechen die Zukunft der Kinder. Darüber hinaus werden die Eltern aber auch eingeladen, die Kinder zu besuchen. Viermal im Jahr findet ein Eltern-Wochenende statt, bei dem die meisten Mütter und Väter aus Manila 200 Kilometer zu PREDA nach Olongapo fahren. Dort können die Familien mit der Betreuung von Therapeuten wieder enger zusammen finden. Sie arbeiten auch die Gründe auf, die dazu führten, wenn Kinder wegliefen. PREDA wird bei dieser Arbeit, die seit Ende 2009 systematisch mit den Eltern von über 50 früheren Gefängniskindern betrieben wird, vom Tatort-Verein finanziell unterstützt.

Arbeit für die Eltern

Familien, die ihre Kinder aus Armut wegschicken mussten, werden in Arbeit schaffende Maßnahmen integriert. Ihnen werden beispielsweise handwerkliche Aufträge gegeben, etwa Produkte für den Fairen Handel herzustellen. Oder sie erhalten einen Kleinkredit, der ihnen einen ersten Schritt in den Aufbau einer auskömmlichen Existenz ermöglicht.Mutter und Sohn hatten sich monatelang nicht gesehen

Die Familie des 13-jährigen Iner, der auf diesen Fotos zu sehen ist, lebt bisher vom Müll sammeln und sortieren. Mit einem Kleinkredit wollen die Eltern als Aufkäufer von Recycling-Stoffen in den Zwischenhandel einsteigen. Sie erhoffen sich dadurch ein besseres Einkommen, um auch die jüngeren Geschwister von Iner besser durchbringen zu können. Sie wünschen sich auch, dass Iner nach seiner Schul- und möglicherweise sogar einer Berufsausbildung bei PREDA mit zum Familieneinkommen beitragen kann.

Die Familie  lebt in einem Slum im Süden der philippinischen Hauptstadt. Der Junge hatte vor dem Besuch mit dem PREDA-Team seine Eltern viele Monate lang nicht gesehen, weil er wegen einer Bagatelle zunächst im Gefängnis saß und danach in Olongapo bei PREDA unterkam.

Seine Eltern möchten ihren Sohn nun häufiger sehen und freuen sich schon auf den nächsten Familientag in Olongapo. Fahrtkosten, Essen und Unterkunft für das Wochenende übernimmt der Tatort-Verein.

Auch Iners Vater freut sich, seinen Sohn wieder zu treffen

 

Bilder (c) Martin Bauer